Zwischenstopp in der Zivilisation
Heute Morgen noch weckte mich der Sonnenaufgang, der durch den Zelteingang schien, und mein erster Blick fiel auf einen Oryx, der vor dem Zelt friedlich sein Frühstück zupfte. Jetzt liege ich im Hotelbett in Swakopmund, höre Autos vorbeirauschen und die Party im Bistro nebenan - 2 verschiedene Welten.
Aber zurück zum Anfang. Nachdem die erste Nacht im Zelt sehr unruhig war auf Grund der vielen unbekannten Geräusche, war die 2. Nacht schon viel besser. Und wir konnten quasi ausschlafen, kein Wecker klingelte. Gegen 9:30 checkten wir dann aus und machten uns auf den kurzen Weg nach Solitaire, wo es bekanntermaßen den besten Apfelkuchen von ganz Afrika geben soll. Diesen gönnte ich mir dann auch - naja, schon lecker, aber ich hatte auch schon besseren (allerdings nicht in Afrika). Solitaire selbst besteht hauptsächlich aus der Bäckerei, einer Tankstelle, Autowerkstatt, einer Lodge und alten Autowracks. Leider haben wir die, auch hier ansässigen, Erdmännchen nicht zu Gesicht bekommen. Nach dem kurzen Stop ging dann die eigentliche Fahrt los, und die hatte es heute wieder richtig in sich. Von Wow-Momenten bis Angstschweiß war alles dabei. Über die schlechten Strassenverhälnisse brauche ich ja nix mehr sagen, heute waren sie zum Teil noch schlimmer. Zeitweise hatten wir das Gefühl Achterbahn zu fahren: eine steile Steigung hoch und oben auf der Kuppe angekommen hatte man das Gefühl, die Straße ist weg, weil sie ebenso steil wieder abfiel. Aber die Ausblicke waren der Wahnsinn und ließen mich den Angstmoment wieder vergessen. Bis wir durch das Erongogebirge fuhren. Das war für mich die Hölle und für Casi auch echt anstrengend. Super schlechte schmale Schotterpiste, die in engen Serpentinen hoch und runter ging. Unsere Bergziege Suzie hat sich echt tapfer geschlagen, aber so ein paar mal ist ihr der Hintern dann doch weggerutscht, und mir das Herz in die Hose. Nachdem der Pass überstanden war, wurde es dann leider sehr eintönig. 140 Kilometer nur noch Wüste - laaaangweilig. Blöderweise haben wir dann noch einen Steinschlag abbekommen von einem, der uns überholt hat und sich zu früh wieder vor uns gesetzt hat. Danke! Zum Glück auf der Beifahrerseite und er breitet sich (noch) nicht aus. Mal sehen, ob wir noch ne Werkstatt aufsuchen müssen.
Je näher wir der Küste kamen, desto diesiger und kälter wurde es draußen. In Walvis Bay hatten wir dann das Vergnügen durch einen Sandsturm fahren zu dürfen. Puuuuh, trotz geschlossener Fenster waren wir dann gepudert und Suzie sieht jetzt auch von innen sehr grau aus. Gut, dass ich sie nicht saubermachen muss 😀.
In Swakopmund angekommen, war die Sonne wieder sichtbar. Dafür immer noch sehr windig. Nach einer Dusche in unserem sehr schönen Hotel, zog es uns als erstes natürlich zum Ozean. Kaum zu glauben, aber es badeten tatsächlich ein paar einheimische Kinder im Meer. Never ever! Wir machten nur einen kleinen Spaziergang, denn der Hunger trieb uns in das Bistro neben unserem Hotel, in dem wir die einzigen weißen Gäste waren. Wir wählten typisch namibische Gerichte aus - leider ein Fehler, wenn man kein knorpeliges Knochenfleisch oder die Haut eines Rindes mag…. Tja, Geschmäcker sind doch verschieden. Immerhin war der Abend echt günstig, mein Essen war mit 6 Euro das teuerste.
Und nachdem ich mir jetzt noch einen heissen Tee im Hotelzimmer gegönnt habe, wird mir auch langsam wieder warm. Morgen müssen wir wieder früh aufstehen, eine Tour steht auf dem Plan und wir werden um 8.00 abgeholt. So ein Urlaub kann auch echt anstrengend sein 😂.
Nun aber endlich Fotos:
![]() |
| Hier fließt in der Regenzeit ein Fluss |
![]() |
| Das Erongo Gebirge |
![]() |
| Unterwegs in der Wüste diese beiden überholt |
![]() |
| Swakopmund ist die deutscheste Stadt in Namibia |


















Kommentare
Kommentar veröffentlichen